
Ich brauchte jetzt ein paar Tage um die Defqon.1 absage zu realisieren und ja, auch zu verarbeiten. Dass mich das ganze so hart aus der Bahn wirft, hätte ich niemals gedacht. Du weißt, wie sehr ich der Festivalsaison entgegengefiebert habe. Gerade das Defqon.1 Weekend ist mein Jahreshighlight. Treffen mit Freunden, die Seele frei lasen, Kopf leer, ich sein, Sorgen zu Hause, einfach feiern, tanzen und glücklich sein.
Und so ging es Donnerstag voller Vorfreude früh los, Kinder zur Patentante und ab nach Biddinghuizen. Unser Zelt wartete schon im Camp, weil ich einfach das beste FriendCamp habe. Es war heiß, sehr heiß und der Weg vom Auto zum Camp echt heftig weit, aber mit jeden Meter, dem wir unserem Camp näher kam, kam die Freude auf meine Leute und als Miri uns sah, sprang sie auf und in meine Arme. Angekommen.

Die ganzen Sorgen waren weg. Wir bauten unser Zelt auf, machten uns fertig, schauten, was es Neues bei allen gab. Man hat sich schließlich EIN Jahr nicht gesehen! Es ist wie ein Familientreffen und es tat einfach so verdammt gut.
Gegen 18 Uhr ging es dann zu der Stage. Irgendwie verpassen wir jedes Mal was, weil wir zu lange brauchen mit den Haaren oder verpeilt sind. Ups.
- 2024 verpassten wir das „Tribut“
- 2025 verpassten wir das Opening von Dr. Peacock
- 2026 verpassten wir das Gethering von D-Sturb.

Egal. Wir waren recht schnell wieder an unseren Lieblingsplatz und standen somit vor den riesigen Ventilatoren und so konnte man es auch sehr gut in der Blue aushalte. Die Stage ist nämlich in einem riesigen Zelt und es war ansonsten so fucking heiß da drin.
Aber wir merkten schnell, dass man nicht so Power geben konnte, wie man es sonst tat. Meine Fitbit meldete sich ziemlich rasch. Der Puls war extrem schnell im Höchstleistungsbereich bei 150-160 Schlägen. Huch? Aber auch bei meinem Mann sah es ähnlich aus. Ebenso war man ziemlich schnell geschlaucht.
Danach ging es ein wenig das Gelände erkunden, wir wollten heute langsam machen, waren nochmal am Camp, haben den ein oder anderen aus der Defqon.1 Community Germany getroffen. Ließen uns halt einfach treiben. Gingen zum Tribut und dann zurück zum Camp, wir überlegten noch, ob wir später zu den Silent Disco gehen, Kopfhörer hatten wir uns schon besorgt.



Code Red und die daraus folgende Defqon.1 absage
Und dann, kurz vor Aufbruch kam eine E-Mail. Erst lasen wir nur „Freitag abgesagt“ uff, ich war schon den Tränen nah. Sefa? Wieder nicht sehen? Nein … und dann lasen wir weiter und dann stand da, dass wir bis Freitagabend den Campingplatz verlassen müssen. Erst da merkten wir, dass nicht nur der Freitag abgesagt wurde, nein, das ganze Festival wurde abgesagt. Und dann machte die Nachricht die Runde. Es hieß in der Mail, dass bis 3 noch alles offen sei, aber plötzlich wurde um 0 alles aus gemacht, den die niederländische Regierung hat Code Red ausgerufen und der Defqon.1 wurde die Lizenz für das Festival entzogen, daher mussten die um 0 Uhr alles beenden.
Man sah überall Fassungslosigkeit, tränen, aber auch Wut und die Wut war echt gruselig. Es wurde randaliert, es wurde das Gelände gestürmt, weil man unbedingt die Red-Stage, die Mainstage, die erst Freitag eröffnet werden sollte, sehen wollte. Es wurde zerstört, geklaut, die Bars geplündert und man hatte echt Angst.
Das Camping hat mehrere Bereiche, im Norden sind die „Comfort“ Camps Highlands und Sanctuary und dann kommen die Bereiche 1-4. Drei ist für Friendcamps reserviert und 4 für Busreisende und auch da sind Friendcamps von anderen Veranstaltern. Auf 1 und 2 kann man nur mit Prio-Parkticket campen. Ganz unten über einer Brücke im Süden sind dann noch die Camps 4 und 6. Ziemlich weit ab vom Schuss eben.
Wir waren auf 3 und zum Glück wanderten die Vandalen ziemlich schnell weg zu zwei und den Wasted Lands (ein Bereich neben dem Campingplatz wo man Foodtrucks, ne kleine Feiermeile und anderen coolen Stuff findet.) Aber dort angekommen sind die auch direkt zu den zwei Eingängen des Festivalgeländes und haben alles abgerissen. Du musst nur nach Videos suchen … du wirst genug finden.
Die Foodtrucks verschenkten dann wohl ihr essen, es gab auch Getränke umsonst, aber das haben wir so nicht mehr mitbekommen. Wir saßen im Camp, traurig. Überlegten, wann wir abreisen, Waren geschockt, traurig, wir wollten uns noch nicht wieder trennen. Im Nachhinein waren wir echt dumm, wir hätten das WE weiter irgendwo zusammen verbringen sollen. So wie manch andere, es wurden einige Unterkünfte dafür angeboten. Aber na ja, ändern können wir es nun auch net.
Wir reisten gegen 11 ab, es war verdammt heiß. Ich kann die Absage auch nachvollziehen, nur nicht die Kommunikation und das Abreisen am heißesten Tag. Besser wäre gewesen, man hätte dafür gesorgt, dass der Freitag chillig abgeht und dass man dann abends Abreist.

Samstag war dann dort auch noch ein riesiges Unwetter, also ich bin schon froh, da nicht gezeltet zu haben, aber dennoch war ich mega traurig und musste immer wieder weinen. Hätte nicht gedacht, dass mich das so umhaut.
Wir planen inzwischen mit kleiner Truppe zu Decible Outdoor zu fahren, mal sehen, ob das klappt. Drück mir gerne die Daumen.
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