Mein Lebens-ABC – H wie Hardstyle

Ja, es fehlen gerade F und G, aber ich möchte heute lieber über das H in meinen Lebens-ABC schreiben. Ich war schon immer ein Fan der elektronischen Musik. Ich brauche Bass, um den Kopf freizubekommen. Meine Jugend habe ich in der Turbinenhalle Oberhausen verbracht, wenn ich wusste, dass meine Musik lief, fand man mich auch im Viva Oberhausen, Delta oder Soundgarden in Duisburg. Ich lernte Menschen kennen, die die Leidenschaft teilten, aber ein großer Traum war immer auf ein Festival zu gehen.

Lachende Partybesucher im dunklen Clublicht, eine Person mit Brille und weißem Top; Stimmung wie im Viva Oberhausen und bei der Turbinenhalle.
Lotta und ich in der Turbienenhalle (mein Bruder im Hintergrund)

Die meisten Partner, die ich hatte, teilten diese Leidenschaft mit mir. Aber damals war ich noch zu sehr von Festivals abgeschreckt, da ich die Szene ja auch schon aus den Großraum Discotheken kannte und Drogen allgegenwärtig waren. Ich hab als Kind den Anti-Drogenfilm von Ronald McDonald gesehen und tierisch Angst davor. Habe daher auch nie welche angerührt. Ich hatte also einfach Angst, das „solche Menschen“ mir die Musik madig machen. Ich habs leider schon mehrmals erlebt, dass einfach was ins Getränk gegeben wurde, einmal war ich selbst betroffen. Zum Glück nicht so schlimm.

Aber weiter im Thema

Dann kam halt Marcel, und er war so gar kein Fan der Musik. So verlagerte sich das Hardcore hören nur noch ins Private, ich ging auch nicht mehr so oft feiern und nach und nach schlossen auch die Diskotheken. Mein Bruder war weiterhin Fan und verlagerte das Feiern in die Niederlande. Sein Vorteil? Eine Ausbildung und damit regelmäßig Geld. Ich hatte das nicht und hätte dafür echt hart sparen müssen und das war halt nicht so geil, wenn der Partner nicht sehr begeistert davon ist. Den auch er hatte, genauso wie ich, die Vorurteile mit Drogen.

Alleine wollte ich aber auch nie irgendwo hin, die Leute, mit denen ich sonst feiern ging, wurden auch weniger. Die Musik blieb, wenn ich alleine Auto fuhr, lief sie laut stark, ich hatte in meinem kleinen Polo eine Endstufe und eine Bassbox. Später hatte ich Boxen von Marcel im Auto. Der Bass muss eben drücken. Aber auch das Auto war irgendwann weg und mir blieb nur noch die Musik über Kopfhörer und der Traum, doch irgendwann mal Leute zu finden, mit denen man auf ein Festival gehen konnte.

Dann kam die Trennung 2018 (Happy Freedome Day Marcel 😛 Heute genau 8 Jahre). Ich ging wieder Feiern und ich plante auch, in den nächsten Jahren nach Parookaville zu gehen. Schließlich war ich nun alleinerziehend und könnte das Papa-Wochenende nutzen. Aber recht schnell lernte ich meinen neuen Freund kennen und dieser hatte das Full-Weekend Parookavilleticket inkl. Camping, die Beziehung war noch zu frisch, als dass ich mich getraut habe noch spontan Tickets für 2019 zu kaufen. Ich war so neidisch und er versorgte mich immer wieder mit Fotos und Videos. Es war soooo gemein, ich hab mich später echt geärgert, dass ich nicht doch irgendwie wenigstens ein Day-Ticket besorgt habe.

Hardstyle wurde wieder Teil meines Lebens

Meine Leidenschaft war wieder geweckt und als dann im Herbst 2019 der Vorverkauf für 2020 losging, haben wir uns gemeinsam Tickets geholt. Alleine dass wir planten da noch zusammen zu sein, war für mich einfach der Moment wo ich dachte, den behalte ich für immer.

Ein Paar mit Sonnenhüten posiert vor einem Festivalgelände mit Menschenmenge im Hintergrund.
Mein Mann und ich 2022 auf Parookaville

Was ich mich auf 2020 freute, leider kam da so eine weltweite Pandemie dazwischen. Zwei Jahre vergingen, keine Festivals, keine Disco und dann kam für 2022 die Meldung, dass wieder Festivals stattfinden, nur kam da auch das Leben dazwischen, ich war frisch schwanger. Ups.

Informiert und mit dem Frauenarzt gesprochen und so war ich 2022 auf meinem ersten Festival, enttäuschenderweise kam die Ernüchterung sehr schnell. Ich war härtere Musik gewohnt und Parookaville ist echt eher EDM. Immerhin konnte ich Timm dann zu Da Tweekaz überreden (wo ich dann auch einen Antrag bekam, das hab ich ja hier erzählt) und dort hab ich ihn auch von „meiner“ Musik überzeugt. Wochen vorher waren wir zwar auf Dreamfields, aber da war mein lieber Mann noch mehr House Fan.

Seitdem ist es aus unserer Paarzeit nicht mehr wegzudenken. Defqon, Dreamfields (Heul dieses Jahr das letzte Mal) Faceless, im Auto, zu Hause. Ja selbst die Kinder feiern unsere Musik und zum Einschlafen oder Beruhigen brauchten den Mädels ganz am Anfang immer Frenchcore von Sefa.

Ich liebs, wie meine Minis grad mal laufen konnten, aber schon am Hakken waren. Hardstyle ist einfach mein Leben und meine Musik. Hier konnte ich immer Abschalten und meinen Kopf leer bekommen.

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Sabrina
Sabrina

✨ Neujahrskind | Baujahr ’85 und dreifache Mama, aktuell in Elternzeit und voll im Familienleben mit zwei Katzen in Duisburg angekommen. Leidenschaftlicher 📚 Bücherwurm und kreative Seele, die ihre Welt gern zwischen Buchseiten, vielfältigen DIY-Projekten und dem turbulenten Mama-Alltag teilt.

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2 Kommentare

  1. Das ist klasse, wenn man so in die Musik eintauchen kann und sie einen erfüllt!
    Mit Hardstyle (Techno?) kann ich so gar nichts anfangen, mein Herz schlägt für Oldies und für Hardrock. Im Auto kann ich das herrlich laut hören – und mitsingen!
    Freu mich, dass du in deiner Musik so aufgehen kannst!

    Liebe Grüße aus dem Mausloch
    Sabine

    • Techno und Hardcore sind schon ziemlich weit auseinander 😀 Hardstyle ist vom Tempo deutlich schneller, um genau zu sagen, würde ich bei Techno echt einschlafen *lach* Alles ist aber EDM (electronic dance music). Und gerade in meinen Genre kann man auch herrlich mitsingen 😀 Tweekaz zb haben einige Abmischungen mit Disney Songs, ist schon geil wenn da 10.000 Menschen stehen un die Eiskönigin oder König der Löwen grölen. Auch kommt immer mehr Deutsches darein, z. B. letztes Jahr Wackelkontakt in der version von Outsiders

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