Monat: November 2015

Elternsprechtag

Elternsprechtag

Oh Gott, dachte ich, als wir den Zettel für den ersten Elternsprechtag überhaupt bekommen haben. Ich war mega aufgeregt, werden wir negatives hören? Irgendwie bin ich immer so, ich könnte es nicht ertragen, wenn jemand schlecht über mein Kind redet. Mir ist es schon gegen den Strich gegangen, das die OGS* Betreuerin meinte, wir sollten Sam mal zügeln, er würde zu viel mit anderen Kindern seiner Klasse kuscheln und ihm erklären das man kein Zauberer spielen darf, der Zauberstab sei schließlich eine Waffe und Waffen an der Schule nicht erlaubt, die schule sei schließlich gegen Gewalt und Rassismus. Was das nun mit Zauberer spielen zu tun hat, konnte mir keiner wirklich erklären, aber gut.

Gestern hatten wir dann also unseren Termin. Ja ich war Aufgeregt, aber das legte sich wirklich schnell, ich musste teils echt Kämpfen das ich keine Freundentränen vergieße, verdammten Emotionen, ich war Stolz, den ich habe meinen Zwerg mal wieder total unterschätzt.

Er hat einige Eckpunkte die Defizite aufweisen, aber das waren Sachen, die wir selber wissen, Motorik, Sprache und Konzentration. Die Lehrerin meinte z.B. das er ein großes Auffassungsvermögen hat, alles gleichzeitig wahrnimmt, aber auch das er seine Ideen und sein Wissen sofort preisgeben muss. Er ist da sehr ungeduldig und muss seine Gedanken loswerden, sonst Platzt er regelrecht. Jedoch heißt das auch, das ein Blatt draußen, ein Geräusch oder sonst was ihn sofort ablenkt. Er nimmt eben alles Ungefiltert wahr, das lenkte das Thema auf HSP und sie schrieb sich das eifrig auf und meinte das dass  sehr hilfreich sei, damit umzugehen. Sam wird nun ein Kopfhörerkind, heißt bei Stillarbeit (was selten still vonstatten geht) bekommt er Kopfhörer auf, um nicht von Geräuschen abgelenkt zu werden, sowie bekommt er nun einen Belohnungsbogen, gemeinsam stecken er und die Lehrerin sich Ziele für eine Woche und er bekommt Sonnen dafür. Bei so und so viel Sonnen darf er sich was aus einer Geschenkekiste aussuchen. Ich glaube, dass das klappen könnte, Belohnungen sind immer ein guter Anreiz bei ihm und das mit den Kopfhörer wird bestimmt auch helfen, eventuell soll er dann mit der 2. Lehrerin in das kleine Hinterzimmer gehen um ganz für sich arbeiten zu können, ohne Ablenkung.

Emotional ist er Top fit, teils zu sensibel, er nimmt alle Gefühle der Klasse war, wenn er traurig ist oder wütend, er beruhigt oder tröstet und das selbst bei seiner Lehrerin “Warum bist du jetzt Böse?” Das hängt aber auch mit seiner Wahrnehmung zusammen, er nimmt seine Umgebung ungefiltert war, dafür kann er seinen Körper nicht richtig einschätzen, kraft oder Koordination sind wohl sehr schwer für ihn. Soll er seine Rechte Hand zum linken Fuß führen, ist seine Hand erst mal rechts oben und nimmt den längsten Weg zum Fuß. Dafür geht er nun in den Sport Förderkurs. Er freut sich über die Extra Stunde Sport.

Er wurde für seinen großen Wortschatz gelobt, es gab bis jetzt kein Ding was er nicht benennen konnte oder kennt. Die geforderten Buchstaben kann er, aber seine Schule ist noch nicht so weit, das sie schon lesen oder ganze Wörter Schreiben, wundert mich sehr, wenn ich das von anderen höre, aber nun gut, die wissen schon was sie tun. Er hat nur Probleme beim Schreiben, da er die Buchstaben oft spiegelt und schnell aufgibt, wenn man ihn Hilfestellungen gibt, er sieht es als Kritik und nimmt sich die ziemlich zu Herzen (woher ich das wohl kenne…)

Sein Zahlenverständnis wäre bis 20 Flüssig, aber aktuell ist nur bis 10 wichtig, daher bleiben sie dabei. In Mathematik und mit Zahlen kommt er am besten klar. Hätte mich auch gewundert :P Sein Vater und ich waren beide in Mathe Einserkandidaten *g* Wir können eben besser mit Zahlen als mit Buchstaben.

Sein Sozialverhalten ist sehr ausgeprägt, er will mit jeden befreundet sein, achtet auf seine Klasse, das es jeden gut geht, das keiner beim Milch verteilen oder so zu kurz kommt oder jemand auf den Schulhof vergessen wird. (Die 1. Klässler gehen vor den Gong auf den Schulhof und auch ohne wieder hoch in die Frühstückspause) Er ist sehr sozial, teils sogar sein Pausenbrot oder wenn ich mal was zum naschen mit gebe. Das ist so typisch Ich, ich weiß noch wie unser Nikolaus in der Grundschule mich immer lobte, das ich aufem Schulhof jedes weinende Kind tröstete, selbst die, die mich vielleicht mal geärgert hatten oder die ich nicht mal kannte.

2015-11-23 16.15.28

Alles in allen war ich echt Stolz, hatte ihn deutlich schlechter eingeschätzt, es gab einen Bogen wo die Lehrerin Bereiche Rot (Förderbedarf) gelb(kleiner Förderbedarf) grün (perfekt) angemerkt hatte, es waren nur 3 rot, mehrere grün/gelb da das rot angemerkte (Konzentration) sich auf das andere auswirkte und sonst fast nur grün.

Sie sagte, er sei voll und ganz in der Klasse angekommen, integriert und genau richtig da wo er ist. Er fühlt sich wohl und wenn die drei Defizite weg sind, wird aus ihn ein Superkind. Ja ihre Worte *g* Fand das ein wenig übertrieben, tat aber gut zu hören. Für mich ist er auch so super, egal wie er ist!

Mich bestärkte, dass beide Lehrerinnen (er hat 1, da es eine Integrationsklasse ist) ihn genauso wahrnehmen wie ich, ihn aber deutlich besser einschätzen als ich. Aber ich glaube das liegt auch daran, das er hier keinerlei Aufgaben machen muss, das es keine Hausaufgaben gibt, als Eltern hängt man da ziemlich in der Luft und weiß nichts.

Doch ich bin zufrieden, ich musste nur grinsen, da sich alles genauso anhörte, wie sich mein 1. Klassen Zeugnis ließt *g* “Sabrina kennt die Sprechregeln, kann sie aber selten umsetzen” Naja was im Kopf ist muss eben schnell raus, bevor etwas anderes kommt, was Aufmerksamkeit bekommt und das Wissen wieder weg ist, oder?

*Offene Ganztags Schule

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Wozu einen Schulranzen?

Also, dass Frage ich mich seit den 2 Schultag meines Sohnes. Unsere Schule hat keine Hausaufgaben. Die Kinder haben im 1 Schuljahr noch nichts daheim auf, finde ich gut! Sie haben nur ein Übungsheft, aber das ist keine Pflicht. Einzig was mich stört, ich bekomme so gar nicht mit, was er in der Schule lernt xD Naja, heißt also, fragen.

Aber jetzt zum Ranzen. Bei uns ist also bis auf die Federmappe, die Brotdose, die Trinkflasche und ein Elternheft NICHTS im Ranzen. Gar nichts. Und trotzdem tragen die Eltern den Kindern den Ranzen hinterher. WARUM geht man zu eine Schulranzenmesse (die bei uns 1mal im Jahr von der Sparkasse organisiert wird) lässt sich beraten um den PERFEKTEN Ranzen fürs Kind zu bekommen und dann tragen ihn die Eltern, obwohl er bis auf das Eigengewicht fast nichts wiegt? Ich verstehe das nicht. Selbst am 1. Schultag, als wirklich ALLE Hefter, Bücher und Kunstzeug im Ranzen war, hat Sam ihn alleine zur Schule getragen. Wozu also kauft man dem Kind einen Schulranzen, wenn man ihn selber trägt, da würde auch einen Rucksack reichen. Diese Eltern bringen die Kinder auch bis zur Klassentüre, da könnte man dann das Zeug gleich ins Fach legen -.-” Oder bin ich eine schlechte Mutter, weil mein Sohn ihn alleine tragen muss?
Wobei ich schon finde, im 1. Schuljahr ist er bei uns unnütz und es hätte eine Umhängetasche für Brotdose und Flasche gereicht. Das Hausaufgabenheft und die Federmappe würde in so einer Tasche auch noch passen und ist nicht so wuchtig wie der Ranzen. Aber gut. Sam ist so stolz auf seinen, er trägt ihr sehr gerne.

Wie siehst du das? Trägst du deinem Kind den Ranzen hinterher? Ist das bei euch an den Schulen auch so, dass die Eltern den Kindern die Ranzen hinterher tragen?

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